Sonntag, 3. Januar 2016

Von einem der auszog, ein Märchen zu hören. Teil 1

Eine kleine Hand zupfte an meinem Ärmel. Als ich das ignorierte rutschte eine Gestalt auf die Bank, auf der ich nach vollbrachter Gartenarbeit eine Tasse Kaffee trank. „ Erzähl mir ein Märchen“, sagte eine quengelige Kinderstimme fordernd. Ich grinste und drehte mich zu ihm. „Willst du nicht lieber schaukeln gehen?“ fragte ich ihn hoffnungsvoll. „Keine Lust. Erzähl mir eine Geschichte.“ 
Ein letzter Schluck aus der Kaffeetasse war mir noch vergönnt, dann zupfte mich mein kleiner Nachbar wieder am Ärmel. Seufzend ergab ich mich meinem Schicksal. „Was für ein Märchen soll ich dir denn erzählen“? Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: „ Ein Märchen mit einem Drachen. Und Feuer spucken soll er auch“.
Ich ließ meinen Blick über die frisch bepflanzten Beete wandern. 
Gurken sollten dort wachsen und in die Mitte hatte ich Kohlpflänzchen gesetzt.
Wieder zupfte Till an meinem Ärmel. Diesmal ungeduldig und fordernd. 
„Es war einmal,“ fing ich an zu erzählen um mir etwas Zeit zu verschaffen. „Weiter,“ tönte es neben mir. „ Es war einmal eine kleine Prinzessin, die lebte in einem sehr kleinen Königreich. Den ganzen Tag spielte sie in ihrem königlichen Lieblingsgarten, mit den Tieren die dort lebten. Sie schaute dem Hofgärtner beim Arbeiten zu und beschäftigte ihn mit Fragen. Geduldig erzählte ihr der Gärtner von den Pflanzen die im königlichen Garten wuchsen. Lea durfte Radieschen aussäen und die ersten Karotten probieren. Die Kinder des Gärtners waren ihre besten Freunde.“
 „Wie hieß die Prinzessin?,“ unterbrach mich mein Zuhörer.
Die Prinzessin hieß Lea, und ihre Freunde hießen Tim und Till“. „Nein der soll nicht so wie ich heißen,“ forderte mein Kritiker.
 „Gut dann hießen die Brüder Markus und Tim. Wenn sie nicht in der Schule waren oder im Garten helfen mussten, durften sie mit Lea spielen. Eines Tages kamen Leas Eltern, der König und die Königin, in den Garten und riefen ihre Tochter. Sie setzten sich auf Leas Lieblingsbank und der König nahm sie auf seinen Schoß. „Lea du bist jetzt alt genug um zur Schule zu gehen“. Lea überlegte ein wenig und schüttelte energisch den Kopf. Tim und Markus hatten ihr allerlei schreckliche Dinge über die Schule erzählt. In dieser Schule wollte sie nicht sein, doch ihre Eltern ließen sich das Ding mit der Schule nicht ausreden.
Eines Tages ging ihr Vater mit ihr zum Schuhmacher. Dort sollte sie sich einen Schulranzen aussuchen. Alles was ihr der Schuhmacher zeigt gefiel ihr nicht.
 „Mein Ranzen soll so schön sein wie das Einhorn in den Zauberbergen." forderte Lea."Er soll so bunt sein wie der Vogel im Land der Feen. Und er soll so wunderbar sein wie …...“

Till, Tihill,“ hörte man eine Frauenstimme rufen. Eine junge Frau schaute grinsend um die Ecke meines Hauses. „ Ach hier steckst du". Sie schaute zu mir. „Hat er dich wieder bei der Arbeit gestört?,“fragte sie entschuldigend. Ich schüttelte lachend den Kopf. Nachdem ich Till versprochen hatte die Geschichte beim nächsten Mal weiter zu erzählen, ließ er sich von seiner Mutter nach Hause mitnehmen.
.....be continued

  © Gundula Geck-Grantz

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn es dir auf meinem Blog gefallen hat, freue ich mich über deinen Kommentar.