Sonntag, 24. April 2016

Von einem der auszog, ein Märchen zu hören. Teil 4






Das Wetter war mies an diesem Wochenende. Immer wenn ich aus dem Fenster schaute, regnete es Bindfäden. Zum Frühstück war auch noch mein Müsliglas fast leer. So machte ich mich an die Arbeit, reinigte das Glas und mischte alles, was ich gern im Müsli mochte.

Haferflocken,
gepoppter Amaranth,
Leinsamen,
Hanfnüsse,
Kokosflocken,
gemahlene Haselnüsse,
getrocknete Früchte wie:
Berberitze,
Maulbeeren,
Rosinen,

Das alles vermischte ich in einer Schale und füllte mein großes Müsliglas damit auf. Ein Rest kam gleich in meine Müslischale, zusammen mit einem geschnittenen Apfel und Hafermilch.

Kater Neo döste in der Fensterbank. Ab und zu öffnete er die Augen und schaute hinaus. Als ich mich gerade hinsetzen wollte um mein Müsli zu essen klingelte das Telefon. Meine Nachbarin bat mich ein paar Stunden auf Till aufzupassen. Kurz danach stand er vor der Tür und der Kater sauste an ihm vorbei aus dem Haus. Zum Trost gab es für Till eine Müslischale mit einem schwarzen Kater als Motiv und wir aßen zusammen mein Lieblings- Frühstücksmüsli. Später malte mein Besuch mir ein Bild und ich kochte die ersten Gurken ein.
Die Gurken waren noch klein und ich hatte viele Twist-off Gläser gesammelt in denen sie gestapelt wurden. Als die Gläser im Topf standen hatte Till sein Bild fertig gemalt und zeigte es mir. Es war ein Bild mit einer Kutsche in der Lea saß, erklärte er mir. Damit erinnerte er mich daran daß Lea immer noch, im Märchen, in der Kutsche festsaß und ich erzählte die Geschichte weiter.

„Die Kutsche fuhr auf der Allee an den rosa Bäumen entlang. Mit einem Ruck hielten sie vor einem großen glänzenden Schloß. Lea hüpfte aus der Kutsche und hüpfte auch noch neben ihrem Vater her, als er den Weg zu einem großen Tor entlangschritt. 
Das Tor öffnete sich und an jeder Seite stand ein prächtig gekleideter Page. Als sie an den Männern vorbei gingen und hüpften, verneigten diese sich. Der Eingang zum Feenschloß war von schwebenden Lichtern beleuchtet und Lea kam aus dem Staunen nicht heraus als sie durch einen Flur gingen unter dessen Decke kleine bunte Vögel herumschwirrten.
 Als sich eine Tür öffnete schwirrten die kleinen Vögel schnell vor ihnen in einen riesigen Saal. An den Seiten des Saales saßen wunderschöne Frauen an zierlichen Tischen. Sie unterhielten sich mit klingenden Stimmen. Lea hatte nie etwas schöneres gehört. 
Sie war immer noch verzaubert, als sie in der Mitte des Saales einen riesigen Vogel sah. Der saß auf einem Baum der aus dem Boden zu wachsen schien. Der Vogel schaute sie an und hob seine Schwingen. Als er sie wieder senkte fuhr ein heftiger Wind durch den Saal. Lea und ihrem Vater wurden die Haare und Kleider durcheinander geweht.Die wunderschönen Frauen schien der Wind nicht zu erreichen. Sie saßen ungerührt an ihren Tischen. 
Als der Wind aufhörte sah Lea vor sich eine große bunte wunderbare Feder liegen. Sie sah den Vogel fragend an und er nickte. Lea hob die Feder auf und sagte laut: 'vielen Dank für die Feder.' Die Stimmen der Feen verstummten und sie sahen Lea an und lächelten. Lea und ihr Vater verbeugten sich und schritten den Weg zur Kutsche zurück. Auf dem Rückweg hielt Lea ihre Feder fest und schaute sich die vielen Farben an bis sie müde wurde und einschlief. Sie merkte auch nicht mehr daß ihr Vater sie in ihr Bett trug und schlief mit der Feder im Arm bis zum nächsten Morgen tief und fest.“
Die Türklingel unterbrach mich und mein kleiner Zuhörer wurde abgeholt. Ich schenkte ihm noch eine Feder die ich bei einem Spaziergang gefunden hatte.

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